Samstag, 16. April 2011

Die Stadt wie jede andere

     Wenn ich all diese traurigen, verbitterten Gesichter hier in dieser fremden Stadt sehe, all diese hektischen, streßgeplagten Gemüter, wird mir immer deutlicher wie angemessen mein gewählter, eingeschlagener Lebensweg ist - "Ich mach da nicht mehr mit!".

     Diese überzeugten, verachtenden Blicke, vorurteilsbehaftet, wenn man ihrem Schema trotzt. Ein klarer Ausdruck dafür, in welch kleiner Welt sie doch leben. Je größer die Stadt um so kleiner ihr Horizont.
 
  

     Alles Große, Langanhaltende, Überstaatliche wird zertreten und überzogen mit ihrer kleinen, miesen Traumwelt aus Begierden und Habsucht, von Beziehungen die wohl nicht einmal ein Leben überdauern.. vielleicht nur ein Jahrzehnt.. wenn überhaupt. Die Blicke sind unsicher, das Verhalten affektiert oder einfach nur geradling. Man ist sich nicht sicher und wenn sich Blicke streifen, schaut man schnell weg, und macht - kurz abgelenkt - weiter wie bisher.

     Eine Gesellschaft, die sich selber negiert. In kleinen, kurzgebundenen Grüppchen zergliedert, jedes in seiner eigenen Show träumend.. von irgendwas.

     Und jetzt sagst Du: "Es ist so, weil's halt so sein muß." "Nein," antworte ich, "es muß nicht so sein!".
   

Kommentare:

  1. "Eine Gesellschaft, die sich selber negiert..." Wie vollkommen treffend! Warum weigert sich die Gesellschaft nur, sich von dem verrosteten, zu oft überlackiertem Gerüst um das Selbst zu befreien? Wir wären so viel glücklicher ohne dieser miesen Traumwelt! Habsucht... ist der Mensch von Natur aus derart pervers veranlagt, oder wird man im Laufe des Lebens zu solch einem Krüppel, zum Sklaven. Warum will es denn keiner erkennen? Warum laufen wir Tag für Tag mit diesem immer größer werdenden Geschwür herum und verpesten die Luft mit unserem ach so hochentwickeltem, intelligentem Dasein? Wer ist asozialer - eine zu früh gewordene Mutter, die keine Liebe erfuhr, oder ein Wirtschaftsmanager, der sich um die Entwicklung... ach gut, um seinen Profit kümmert? Ich denke, dass die Gesellschaft sich irgendwann so stark dualisiert, dass es Zeit wird die Dinos los zu lassen.

    Danke für den Gedankenschubser.
    Guter Beitrag - kurz und prägnant.

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  2. PS: der Ausdruck "asozial", stammt übrigens nicht von mir, sonder aus einer Gesprächsrunde, der ich vor kurzem zufällig zuhörte.

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